Das stille Böse in der bürgerlichen Existenz
Jaume Cabré liefert einen neuen Cut-Up-Roman, der emanzipatorisches Potential auf kunstvolle Weise verspielt und somit Raum für ziemlich fragwürdige Interpretationen eröffnet. Weiterlesen…
So sehr, wie es nur geht
„Ali und Ramazan“ ist eine Liebesgeschichte, die fernab jeder Schnulze daher kommt. In klarer aber reicher Sprache erzählt die Autorin Perihan Mağden darin die Geschichte der zwei Jungs Ali und Ramazan, die in einem Waisenhaus aufwachsen und sich dort ineinander verlieben und so die Zumutungen, mit denen sie konfrontiert werden, überstehen – bis es nicht mehr weitergeht. Weiterlesen…
Eine Biografie als Eigentor
Michael Fisch schießt sich mit dieser Biografie leider ein Eigentor und trägt nichts zu einer vertieften Kenntnis von Foucaults Leben und Denken bei. Weiterlesen…
Blendende Staatsgewalt- geblendeter Autor
Indem der Autor sich zur präzisen Wahrheitsüberlieferung als unfähig bekennt, beweist er die Unabschaffbarkeit des verleugneten Polizeistaats. Weiterlesen…
Auf der Suche nach den Tatsachen! Gibt es die aber wie den Kiesel am Weg?
Enquist liefert hier eines der ersten Beispiele eines Faktenromans, in welchem die Suche des Berichterstatters nach diesen Fakten schwerer wiegt als das Ergebnis selbst. Wann endlich ist er mit seinem Suchen einig? Weiterlesen…
Hugenbergs Schwenk zu Mussolini
In letzter Zeit wurde oft auf die grundsätzliche Verschiedenheit des italienischen Faschismus und des deutschen Nationalsozialismus hingewiesen. Dass es trotzdem propagandistisch auszubauende Verwandtschaften gab, zeigt schon 1929 die kleine Propagandaschnulze des Vorzugsschreibers Rumpelstilzchen aus dem Hugenberg-Konzern. Weiterlesen…
1945 – Räterepublik im Nirgendwo
Heym entwickelt am historischen Beispiel des zeitweise unbesetzten Landkreises Schwarzenberg zwischen Amerikanern und Russen das Laborexperiment eines Räte-Deutschlands, erwachsen aus eigener Kraft. Weiterlesen…
Das Urbild des Tony Blair
Hilary Mantel schildert voll Sympathie die Gestalt des berüchtigten Gewaltmenschen Thomas Cromwell zur Zeit Heinrichs VIII. Er tritt als Reformer mit Augenmaß dem “verbissenen Schwärmer” Thomas Morus entgegen. Weiterlesen…
Öfter mal stilllegen
Der Roman liefert auf unterhaltsame Weise Inspirationen, wie man im wahrsten Sinne des Wortes Sand ins Getriebe streuen kann. Weiterlesen…
Drittes Reich: Nur Land der entfesselten Unterwelt?
Fallada entwirft in seinem letzten Roman das Bild eines einsamen und folgenlosen Widerstandes, wie er ihn selbst gern ausgeübt hätte. Zu diesem Zweck verbirgt er sich selbst das Gesamtbild faschistischer Herrschaft. Weiterlesen…